«Meine Motivation? Ein gut funktionierender öffentlicher Verkehr!»

Interview mit Ruven Norelli, Instandhalter elektrische Anlagen Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ), Zürich

Was gefällt Ihnen bei den VBZ?

Es gefällt mir, ein Teil des öffentlichen Verkehrs zu sein und dafür zu sorgen, dass alles reibungslos funktioniert. Das motiviert mich.

Mir gefällt es zudem, viel unterwegs zu sein und dass wir sehr flexibel sind bzw. auch sein müssen. Wir erleben jeden Tag neue Situationen und Herausforderungen. Ausserdem arbeite ich sehr gerne im Team.

Gibt es auch weniger schöne Seiten bei Ihrer Arbeit?

Im Winter, wenn es richtig kalt und eisig ist, ist die Arbeit manchmal sehr schwierig. Wir arbeiten mit relativ feinen und kleinen Schrauben, und wenn die Finger in der Kälte fast einfrieren, kann man kaum noch etwas zusammenschrauben. Der beste Freund des Instandhalters elektrische Anlagen ist dann die Standheizung im Lastwagen – dank den meistens kurzen Arbeitseinsätzen an einem Ort können wir für den Transfer an den neuen Einsatzort immer wieder in den Lastwagen und können dabei die Finger aufwärmen.

Dann sind die heissen Sommertage trotz der Hitze angenehmer?

Ja, auf jeden Fall, das geht viel besser, auch wenn es sehr heiss wird. Wir versorgen uns dann mit genügend Wasser.

Wussten Sie bereits während der Ausbildung, dass Sie im öffentlichen Verkehr tätig sein möchten?

Nein, das war eher ein glücklicher Zufall. Ich wurde ja von meinem vorherigen Arbeitgeber an die VBZ ausgeliehen, und es hat mir einfach gut gefallen.

Würden Sie Ihren Beruf wieder wählen?

Ja, auf jeden Fall. Der Beruf Elektro-Installateur EFZ ist sehr spannend und eine sehr gute Grundlage für Weiterbildungen. Man kann danach die Technikerschule besuchen oder sich in Richtung Projektleiter, Kontrolleur oder Planer weiterbilden sowie allenfalls den Meister machen.

Haben Sie während der Arbeit Kontakt zu den Trampilotinnen und Busfahrern?

Ja, aber der Kontakt beschränkt sich auf Blickkontakte und ein Winken. Wir pflegen einen respektvollen Umgang, wenn wir uns auf der Strasse sehen. Auch wenn wir mit unserem Turmwagen bei den Instandhaltungsarbeiten oder Kontrollen auf dem Gleis stehen und kurz den Weg versperren, reagieren die Kolleginnen und Kollegen freundlich und geben uns auch die notwendige Zeit, um eine Störung zu beheben.

Wie ist der Kontakt zur Bevölkerung?

Dieser entsteht vor allem, wenn wir auf einer Baustelle arbeiten; wenn wir auf dem Turmwagen stehen, ist es natürlich schwieriger. Wir werden oft gefragt, was wir machen. Vor allem ältere Personen sind sehr interessiert.

Die Reaktionen sind hauptsächlich positiv und nur sehr selten mal genervt, wenn wir eine Strasse sperren müssen. Das gehört aber ebenfalls dazu.

Mich freut es, wenn mich jemand fragt, was wir machen und ich erklären kann, dass wir zum Beispiel eine neue Weiche einbauen oder Gleise aufgrund der grossen Abnutzung ersetzen.

Bedeuten Grossbaustellen einen grossen Aufwand für Sie?

Ja, es müssen dann sehr viele Weichen positioniert und dabei neu verschlaucht und verkabelt werden. Bei solchen Arbeiten wird darauf geachtet, dass immer dieselben Instandhalter auf derselben Grossbaustelle arbeiten, da sie die Situation bereits kennen und wissen, welche Arbeiten bereits erledigt wurden bzw. noch anfallen.

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