Am 12. Mai führte der Personalverband der Stadt Grenchen die 69. Generalversammlung durch. Gekonnt führte Präsidentin Anne-Catherine Schneeberger durch die statutengemässen Traktanden.

In ihrem Jahresbericht gab vor allem die vom Gemeinderat als erheblich geltende Motion «Einführung eines Stellenmoratoriums bzw. eine für die gesamte Stadtverwaltung geltende Stellenplafonierung» zu diskutieren. Das zeige deutlich, dass der Gemeinderat mehrheitlich nicht (mehr) verwaltungspersonalfreundlich sei. Im mehrheitlich bürgerlichen Gemeinderat habe das Verwaltungspersonal nicht mehr den gleichen Stellenwert wie früher. «Man muss mit Besorgnis zur Kenntnis genehmen, dass sich der Wind gedreht hat», hielt Schneeberger fest. Man werde mit weiteren Tabubrüchen und weiterem Abbau an Personal und Errungenschaften rechnen müssen.

Der PVG stehe aber nicht alleine da, um sich zu wehren und sich für gute Arbeitsbedingungen einzusetzen. Es gibt noch den Zentralverband Öffentliches Personal Schweiz ZV, der eine Rechtsberatung hat und den angeschlossenen Verbänden die Möglichkeit bietet, bei einer Revision der Personalerlasse die Entwürfe rechtlich überprüfen zu lassen. Glücklicherweise gäbe es in Grenchen immer noch die Gemeindeversammlung, welche das letzte Wort bei Änderungen der Personalordnung habe – aber auch hier gäbe es Bestrebungen, dies zu ändern (Stichwort «Änderung der Gemeindeorganisation»).

Mit dieser Ausgangslage werde die Stadt Grenchen längerfristig ein Personalproblem bekommen (Burn-out, Krankheit, Kündigungen) und als Arbeitgeberin nicht mehr attraktiv sein. Ein Beleg dafür sei, dass die Stadt heute schon hohe Geldbeträge für die Rekrutierung und Inserierung von neuen Mitarbeitenden ausgeben müsse. Fairerweise müsste mit einem Personalabbau auch ein Leistungsabbau einhergehen. Dies werde aber nicht so gehandhabt, was zwangsläufig zu einer schlechteren Qualität der Dienstleistungen führen wird (mehr Fehlleistungen, mehr Arbeitsrückstände, mehr Ausfälle, mehr unzufriedene Bürger/-innen etc.).

Im Anschluss an die zügig durchgeführte Versammlung kamen die Anwesenden in den Genuss eines Apéros, gefolgt von einem schmackhaften Nachtessen aus der Küche des Parktheaters.

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