Altersvorsorge 2020

Setzt sich der Nationalrat durch, wird die Reform scheitern

Dicke Kröte Frauenrentenalter

Klar negativ hingegen ist die Erhöhung des AHV-Rentenalters für Frauen auf 65 Jahre – sie hat der Ständerat trotz grossen gewerkschaftlichen Widerstands in seinen Kompromiss eingebaut. Demgegenüber stehen aber Rentenverbesserungen, die insbesondere den Teilzeit arbeitenden Frauen zu Gute kommen. Sie würden also nicht nur mehr AHV erhalten, sondern auch eine bessere Pensionskassenrente. In vielen Fällen macht das deutlich über 10 Prozent mehr Rente aus.

Schliesslich schlägt der Ständerat eine Zusatzfinanzierung der AHV mit einem zusätzlichen Mehrwertsteuerprozent vor. Das würde die AHV-Renten und den Teuerungsausgleich für mehr als 10 Jahre sichern. Rentenalter 67 wäre vom Tisch. Und weil die AHV-Renten nach oben beschränkt und relativ gleich verteilt sind, haben Mehrwertsteuererhöhungen in der AHV sogar eine einkommenspolitisch ausgleichende Wirkung.

Fazit

  • Rentenalter 65 ist ein Rückschritt.
  • Der Ständeratskompromiss bricht das Tabu höherer AHV-Renten und erweitert den Spielraum für zukünftige fortschrittliche Lösungen.
  • Die unter Frauen weit verbreitete Teilzeitarbeit wird besser versichert, die zweite Säule trägt endlich den veränderten Erwerbsverläufen Rechnung.
  • Der Ständeratskompromiss sichert Rentenniveau und AHV-Finanzen und verhindert Rentenalter 67 bis mindestens 2030.
  • Mit der Mehrwertsteuererhöhung und weil der Anteil der AHV am gesamten Rentensystem zunimmt, wird die Altersvorsorge solidarischer finanziert.

Nur der Ständeratskompromiss hat das Potenzial, die Probleme der Altersvorsorge zu lösen. Ob allerdings die Vorteile dieser Reform ausreichen, damit die Gewerkschaften bereit sind, die dicke Kröte der Erhöhung des Frauenrentenalters zu schlucken, darüber werden die SGB-Delegierten am 24. März entscheiden.

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