Künstliche Intelligenz hilft beim Verständnis von komplexen Verwaltungstexten

Falls Sie das Thema KI in der Verwaltung anspricht und sie mehr darüber erfahren möchten, dann könnte Sie unsere diesjährige Fachtagung vom 07.-08. November in Brunnen interessieren. Wir werden dieses während zwei Tagen intensiv vertiefen. Anmeldungen können bereits jetzt getätigt werden an samuel.blapp@oeffentlichespersonal.ch.

Weshalb braucht es KI-Werkzeuge in der Verwaltung?
Wer hat es noch nicht erlebt. Man erhält ein Schreiben vom Bund oder der Gemeinde und hat Mühe den Inhalt des Textes auf Anhieb korrekt zu verstehen. Um die messerscharfen Formulierungen, mit der solche Texte geschrieben sind, zu verstehen, ist langjährige Erfahrung notwendig. Nicht selten erfordert dieser Präzisionsgrad zahlreiche Nebensätze. Diese ist allerdings notwendig, um die formale Korrektheit der Aussagen anhand der korrekten Fachwörter und Satzverbindungen sicherzustellen. Diese Beamtensprache rsp. die Zeit, die man für deren Verständnis aufbringen kann, ist im Alltag allerdings beschränkt.

Menschen mit Behinderung, Lern- und Leseschwächen sowie Personen, die in einer Landessprache noch nicht Muttersprach-Niveau erreicht haben, können solche Texte oftmals nur mit Hilfe einer Drittperson verstehen. Die UN-Behindertenrechtskonvention von 2008 verlangt gar den gleichberechtigten Zugang zu öffentlichen Informationen. Daher liegt es im Interesse von Verwaltungen ihre Publikationen möglichst in einfacher Sprache verfügbar zu machen, um ineffizienten Prozessen, z.B. Kundenanfragen zur Heirat, vorzubeugen. Das KI-Werkzeugs des deutschen Start-Ups «Summ AI», das komplexe Texte in leicht verständliche Sprache übersetzt, vereinfacht dies.

Wie funktioniert dieses KI-Werkzeug?
Dieses KI-Werkzeug ist aufgebaut wie das Übersetzungsprogramm DeepL. Es erfolgt die Eingabe des komplexen Originaltextes auf der linken Seite und die Ausgabe des Textes in leichter rsp. einfacher Sprache auf der rechten Seite. Die Unterscheidung zwischen Leichter und Einfacher Sprache liegt darin, dass Leichte Sprache keine Nebensätze hat und der Wortschatz dem Level A1 bis A2 des europäischen Referenzrahmens für Sprachen entspricht. Einfache Sprache hingegen lässt mehr Komplexität zu. Die Funktion des Werkzeugs besteht darin, dass komplexe verschachtelte Sätze in Hauptsätze unterteilt und untereinander aufgelistet werden sowie die Wortwahl angepasst wird.

Wer sich für die praktische Umsetzung dieses Werkzeugs interessiert, findet auf der Seite der Hamburger Verwaltung (www.hamburg.de/barrierefrei) ein Beispiel für die Integration von Texten in Leichter Sprache zu verschiedenen Themen des Alltags. Diese sind zwar nicht rechtsverbindlich wie die komplexen Originaltexte, aber sie sind inhaltlich korrekt übersetzt in Leichte Sprache.

 

Quelle: komba magazin dbb März 2024, 22-24