Öffentliches Personal hat Wertschätzung verdient

Bericht zur Delegiertenversammlung 2017 in Schaffhausen

An der Delegiertenversammlung im denkmalgeschützten Hotel Rüden in Schaffhausen stand die Bedeutung des öffentlichen Personals im Zentrum. Ohne die Mitarbeitenden des öffentlichen Dienstes sind die Dienstleistungen des ausgezeichneten Service public unmöglich. Für Nationalrätin Martina Munz sind finanzielle Kürzungen beim öffentlichen Personal deshalb unsinnig, zumal die Einsparungen in einem offensichtlichen Missverhältnis zu den negativen Auswirkungen auf die Mitarbeitenden und den Service public stehen. Verbandsintern standen im Rüden die Menschen im Service public ebenfalls im Mittelpunkt: Seit dem Verbandsjubiläum im Jahr 2014 wurden über 40 Interviews in der ZV Info publiziert, welche nun zusätzlich in einem Buch gebunden erschienen. Vizepräsident Hans Erdin präsentierte dieses Werk an der Delegiertenversammlung in Schaffhausen.

Präsident Urs Stauffer durfte an der Delegiertenversammlung in Schaffhausen über 40 Delegierte, den Vorstand sowie als Gäste Nationalrätin Martina Munz, Daniel Lampart, Chefökonom SGB, Horst Bäuerle, Ehrenvorsitzender des Beamtenbundes Baden-Württemberg und Philipp Kamm von der Zürich Versicherungs-Gesellschaft begrüssen. Er freute sich insbesondere, auch die Ehrenmitglieder Ruedi Brosi, Walter Schopferer und Toni Isenschmid unter den Gästen willkommen zu heissen.

Bevor Urs Stauffer das Wort an die Präsidentin des Schaffhauser Staatspersonalverbandes, Iris Braunwalder, übergab, gratulierte er ihrem Verband herzlich zum hundertjährigen Jubiläum, welches im April 2017 gefeiert wurde.

Iris Braunwalder freute sich sehr über das zahlreiche Erscheinen der Delegierten und Gäste im nördlichsten Zipfel der Schweiz. Bereits am Vorabend besuchten sie und Vorstandskollegin Franziska Müller mit dem Vorstand von Öffentliches Personal Schweiz (ZV) nach dessen Sitzung den Schaffhauser Rheinfall – aus Rücksicht auf eine seltene Fledermausart, die nach Vollmond fliegt, aber leider ohne nächtliche Beleuchtung.

Der Schaffhauser Staatspersonalverband hat sich im Rahmen seines Jubiläums mit der Geschichte der Beamten in Schaffhausen auseinandergesetzt und im Archiv gewühlt. Beeindruckend war die Erkenntnis, dass sich die Verbände schon vor 100 Jahren mit den gleichen Themen beschäftigen mussten; es sind dies in erster Linie die Lohnentwicklung, der Umgang mit Vorurteilen gegenüber Beamten und die Auseinandersetzung mit technischen Entwicklungen. Nicht geändert hat sich, dass es engagierte und motivierte Mitarbeitende in der öffentlichen Verwaltung und in den Personalverbänden braucht – auch wenn die Arbeit nicht immer ganz einfach ist.

Im Anschluss warf Nationalrätin Martina Munz einen Blick zurück in die Geschichte der über hundertjährigen Verbandsarbeit in Schaffhausen: Die Forderungen der Verbände begannen mit dem freien Samstagnachmittag und 1915 verlangte das Staatspersonal, dass die Büros mindestens auf 14 oder 15 Grad geheizt werden müssen.

Einzelne verbandspolitische Themen haben sich über die Jahre nicht geändert, andere sind neu: So ist heute «Beamten-Bashing» weit verbreitet; Vorurteile wie ausufernde Bürokratie, kurze Arbeitszeiten mit frühem Feierabend und einem gemütlichen Arbeitstag existieren noch immer und sind auch eine (falsche) Begründung für Sparmassnahmen zu Lasten des Personals. Problematisch ist, so Munz, dass diejenigen, die Kürzungen beschliessen, sie anordnen ohne sich die Mühe zu machen, zu definieren wo genau sie erfolgen sollen. Nationalrätin Munz räumt ein, dass es in der Verwaltung möglicherweies Einsparpotential gibt, doch wer sparen will, soll auch sagen wo und zu Lasten von wem und dadurch Verantwortung für den Entscheid übernehmen.

Munz räumt ein, dass die Personalkosten hoch sind. Aber Service public bedeutet Dienstleistungen und Dienstleistungen kosten nun mal. Doch wie gross ist der Anteil der Personalkosten gemessen an den gesamten Bundesausgaben? Gerademal 8 %…! Einsparungen beim Personal sind also unsinnig, da das Sparpotential offensichtlich gering, die negativen Auswirkungen aber hoch sind!

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