Resultate der Lohnrunde 2016

Die Löhne für das Jahr 2016 stehen fest. Die nachfolgende Tabelle zeigt, dass das Resultat für die Mitglieder von Öffentliches Personal Schweiz (ZV) durchzogen ist. Reallohnerhöhungen sind die Ausnahme. Immerhin wurde teilweise die Lohnsumme für Leistungslöhne und individuelle Lohnerhöhungen erhöht.

Die Lohnverhandlungen für das laufende Jahr 2016 waren nicht einfach. Die Frankenstärke führte in mehreren Branchen mit dem Hinweis auf drohenden Stellenabbau, Arbeitszeitverlängerungen oder Lohnverzicht zu Nullrunden. Travail.Suisse bemängelte, dass vielerorts auch die Minusteuerung als Begründung vorgeschoben wurde. Besonders frustrierend ist dies, weil die Krankenkassenprämien gleichwohl weiterhin stetig steigen und die Betroffenen somit am Ende des Monats weniger Geld zur Verfügung haben.

Auch für die Mitgliederverbände von Öffentliches Personal Schweiz (ZV) waren die Verhandlungen nicht einfach. Sparmassnahmen, Abbaupläne oder Steuerausfälle waren die Begründung für Nullrunden. Teilweise wurden oder werden gleichzeitig Stellen abgebaut, was zu einer Mehrbelastung des öffentlichen Personals – bei gleichbleibendem Lohn –führt. 

Ergebnisse in der öffentlichen Verwaltung

Im Jahr 2015 betrug die Teuerung minus 1.1 Prozent, weshalb bei allen 41 befragten Verbänden verständlicherweise kein Teuerungsausgleich ausgerichtet wurde.

Eine Reallohnerhöhung erhielten zwei der 41 befragten Verbände. Die Mitarbeitenden von Burgdorf können sich über eine Reallohnerhöhung in der Höhe von 0.5 % freuen. Gleichzeitig meldet der Verband aber einen Rückstand von 5.4 % bei der Teuerung und 13.5 % bei den individuellen Lohmassnahmen.

Erfreulich ist, dass bei rund der Hälfte der befragten Verbände die Summe für individuelle Leistungslöhne oder Lohnentwicklungen erhöht wurde. Zwei Verbände meldeten eine Erhöhung von über 1 %, die meisten erhielten zwischen 0.5 und 0.9 %, bei einzelnen lag die Erhöhung um 0.3 % der Lohnsumme. Verglichenen mit dem Vorjahr gab es weniger Reallohnerhöhungen und auch die Erhöhung der individuellen Leistungslohnsumme wurde seltener gewährt.

Tabelle Resultate Lohnrunde 2016

Weitere Änderungen

Vier Verbände meldeten, dass sie Anpassungen beim Spesenreglement, die Erhöhung der NBU-Beiträge der Angestellten, die Einführung einer Gebührenpflicht für die Parkplätze, die Anpassung des Finanzierungsverhältnisses der Pensionskasse von 40:60 auf 50:50 oder Sanierungsbeiträge an die Versicherungskasse zu Lasten der Arbeitnehmenden hinnehmen mussten.

Sieben Verbände durften auch positive Neuigkeiten melden. Sie erhalten für das Jahr 2016 zwei zusätzliche Freitage, nach Abschluss der Rechnung wird eine Gewinnbeteiligung der Mitarbeitenden geprüft, sie haben neu fünf Ferienwochen oder bekamen eine einmalige Leistungszulagen zugesprochen.

Ausblick

Das Ergebnis der Lohnverhandlungen für das Jahr 2016 zeigt, dass die – auch nur teilweise Durchsetzung – von Lohnforderungen schwierig, wenn nicht gar unmöglich war. Die Vorstände der Personalverbände werden wohl auch in den nächsten Jahren gefordert sein, für ihre Mitglieder (bzw. für alle öffentlichen Angestellten) möglichst gute Arbeitsbedingungen auszuhandeln. Lassen die Budgets nur einen geringen finanziellen Spielraum zu, sind auch Forderungen nach anderen Zeichen der Wertschätzung seitens des Arbeitgebers möglich. Seien es zusätzliche (halbe) Freitage, zum Beispiel weil die Feiertage auf Wochenendtage fallen, Beiträge an Personalanlässe oder ähnliches.

Um zukünftige Verhandlungen mit dem Sozialpartner zu erleichtern, ist eine frühzeitige Weichenstellung von Vorteil. Die Mitgliederverbände sollten die Möglichkeit nutzen, beim nächsten Wahlgang Exekutiv- und Legislativmitglieder zu wählen bzw. zur Wahl zu empfehlen, die dem öffentlichen Personal wohlgesinnt sind. Das Stimmenpotential des gesamten öffentlichen Personals ist enorm.

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