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Interview mit Pascal Huber, Verkehrsexeperte, Strassenverkehrsamt Zürich

Wie war Ihr persönlicher beruflicher Werdegang?

Ich habe Automechaniker gelernt, das ist eine vierjährige Lehre. Danach wurde ich früh Werkstattchef in einem mittelgrossen Betrieb. In diesem Unternehmen war ich insgesamt 17 Jahre tätig. 2010 habe ich den Kundendienstberater Kfz gemacht und war stellvertretender Betriebsleiter in einem etwas grösseren Betrieb. Das hat mir zwar gefallen, ich habe aber trotzdem eine neue Herausforderung gesucht, weil ich bis zu diesem Zeitpunkt immer ungefähr im gleichen Bereich tätig war.

Sind die Stellen als Verkehrsexperte begehrt?

Ja, sehr. Ich hatte grosses Glück. Ich habe mich blind beworben, es war keine Stelle ausgeschrieben und wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen.

Wie läuft das Bewerbungsverfahren ab?

Ich musste eine interne Aufnahmeprüfung im technischen und sprachlichen (schriftlich) Bereich ablegen. Danach gab es noch eine Führerscheinprüfung und eine verkehrspsychologische Untersuchung im rechtsmedizinischen Institut. Nach einer positiven Empfehlung der Psychologin folgte ein Gespräch mit dem obersten Chef. Ich hatte Glück und habe die Stelle bekommen.

Was ist der Hintergrund der psychologischen Abklärung?

Es wird zum Beispiel beurteilt, wie gut das Einfühlungsvermögen ist; bei der Abnahme der Führerscheinprüfung ist das sehr wichtig.

Wie wichtig sind Sprachen?

Prüfungssprache ist die Amtssprache Deutsch. Aber wenn jemand nicht gut deutsch spricht, funktioniert es in der Regel trotzdem – die Prüflinge bereiten sich ja vor und kennen deshalb die notwendigen Begriffe.
Diesbezüglich die heikelsten Situationen sind die Kontrollfahrten mit Immigranten aus einem Land, deren Führerausweis nicht automatisch anerkannt und umgeschrieben wird. Wenn sie den Test nicht bestehen, dürfen sie in der Schweiz nicht fahren.

Werden hier auch Kontrollfahrten für Senioren gemacht?

Ja, aber das gehört noch nicht in meinen Aufgabenbereich. Für diese Fahrten sind Weiterbildungen notwendig.
Das sind sehr schwierige Fahrten; insbesondere, wenn der Betroffene den Führerausweis an Ort und Stelle abgeben muss.

Was gefällt Ihnen besonders gut an Ihrer Arbeit?

Ich mache alles sehr gerne. Insbesondere der tägliche zwischenmenschliche Kontakt gefällt mir sehr gut.

Und wie entspannen Sie im Privatleben?

Ich mache viel Sport, sehr gerne Wintersport und bin sehr gerne in den Bergen. Ich fahre Snowboard und habe neu auch mit Langlauf begonnen. Ausserdem klettere ich gerne – das ist hervorragend, um abzuschalten. In der Kletterwand muss man sich eben aufs Klettern konzentrieren und kann sich ein gedankliches Abschweifen nicht erlauben.
Ich koche ausserdem sehr gerne. Das ist ein sehr guter Ausgleich zum Beruf, weil es etwas ganz Anderes ist.
Ich habe zudem angefangen, Messer zu schmieden. Mein Grossvater war Hufschmid und wir haben in Adliswil eine alte Schmitte, die ich benutzen kann.
Natürlich begeistert mich alles mit Motoren. Ich habe zwei Oldtimer zu Hause: einen Opel Kadett C Coupe GTE Jahrgang 1978 und einen Porsche 911 Targa Jahrgang 1957. Ich habe ausserdem noch ein Vorkriegsmotorrad, eine AJS K12 aus dem Jahr 1927.

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